SIC4 – Neue SIC-Architektur

Vor 25 Jahren wurde das Schweizer RTGS-System SIC eingeführt. Ein Meilenstein in der Abwicklung von Interbank-Zahlungen mit internationaler Ausstrahlung. Das damalige Architekturdesign stösst heute an Grenzen, wenn es um die Realisierung zukünftiger Anforderungen der Finanzinstitute geht. Die neue SIC-Architektur ist die Antwort auf die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

Die Schweizer Interbank-Zahlungssysteme geniessen höchste Wertschätzung im In- und Ausland. Damit die Plattform mit ihren einzigartigen Vorteilen wie Verlässlichkeit, Sicherheit, Funktio- nalitätsvielfalt, Innovationskraft und Kosteneffizienz auch für die nächsten 25 Jahre qualitativ führend bleibt, muss die IT-Infrastruktur auf die zukünftigen Technologien ausgerichtet und grundsätzlich erneuert werden. Dies geschieht im Verbund mit den Hauptak- teuren auf dem Finanzplatz Schweiz und im Auftrag der Finanzinsti- tute sowie der Schweizerischen Nationalbank als Systemmanager des SIC und als Überwacher der systemrelevanten Zahlungs- infrastruktur in der Schweiz.

Gemeinschaftsprojekt der Schweizer Finanzindustrie

Die neue RTGS-Plattform – SIC4 – wird in den nächsten vier Jahren von SIX Interbank Clearing, dem Gemeinschaftswerk des Finanz- platzes, im Rahmen des Projekts «Neue SIC-Architektur» (NSA) realisiert. Das Grobkonzept wurde im Juni 2011 durch den Verwaltungsrat genehmigt.

Mehrwert für den Finanzplatz

Einerseits muss SIC4 hohe Niveau an Sicherheit, Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit und Kosteneffizienz beibehalten. Andererseits soll die neue Plattform die zukünftigen neuen Ansprüche auf den Gebieten Standards, Funktionalität und Compliance erfüllen. Damit die Finanzinstitute als Teilnehmer an den Schweizer Zahlungs- systemen auch in Zukunft die Bedürfnisse ihrer Kunden optimal abdecken können. Eine wichtige Rolle spielt dabei der XML-Standard ISO 20022, der im Interbankenbereich bei den SEPA-Dienstleistungen bereits heute eingesetzt wird und beim TARGET2-Securities-System, dessen Betriebsaufnahme im Herbst 2014 erfolgen soll, vorgesehen ist. Dieser wird in Zukunft auch beim Datenaustausch zwischen Finanzinstituten und ihren Kunden immer bedeutender.

SIC4 muss so flexibel konzipiert werden, dass auch die Einführung eines zukünftigen neuen Meldungsstandards einfach und kosteneffizient möglich wird.

Flexible statt monolitische Architektur

In einem flexiblen System wird eine Applikation, eine Komponente oder ein Service in verschiedenen logischen (und typischerweise gleichzeitig auch physischen) Schichten gegliedert. Jeder dieser Schichten ist eine klare Aufgabe wie beispielsweise Input-/Output-Schnittstellen, Geschäftslogik, Datenzugriff, Datenhaltung oder Benutzerschnittstelle zugeteilt. Zwischen den Schichten sind klar abgegrenzte Schnittstellen definiert, die dadurch eine bessere Wartung und Wiederverwendbarkeit erlauben. Im Gegensatz zur monolithischen Lösung lassen sich funktional unterscheidbare Aspekte wie Datenein- und -ausgabe, Datenverarbeitung, Kommunikation, Fehlerbehandlung, Benutzerschnittstelle architekturmässig voneinander trennen.

Publikationen

Artikel, die sich auf das Projekt «SIC4 – Neue SIC-Architektur» beziehen:

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