SEPA-Lastschriften

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-Lastschriften im einheitlichen Euro-Zahlungsraum bilden die vom European Payments Council verfassten Regelwerke für den Privat- und Firmenkundenbereich.

Im November 2009 wurden die SEPA-Lastschriftverfahren europaweit eingeführt. Finanzinstitute in der EU müssen zwingend daran teilnehmen. Die nationalen Verfahren – in der Schweiz LSV+ und BDD der Banken und Debit Direct der PostFinance – bleiben bis auf Weiteres bestehen.

Hauptvorteile von SEPA-Lastschriften

  • Einheitliche Lastschrift europaweit in 34 Ländern
  • Prozesse, Fristen und Formvorschriften international standardisiert
  • Trennung von Geld- und Informationsfluss (Avisierung erfolgt vor, Kontobelastung am Fälligkeitstag)
  • Durchgängige Mandatsreferenz auch bei Rückvergütungen möglich

SEPA-Basis- und SEPA-Firmenlastschriftverfahren

Grundlage für die Verarbeitung von SEPA-konformen Lastschriften für den Privatkundenbereich (Business to Customer) ist das Regelwerk SEPA-Basislastschriftverfahren (SEPA Core Direct Debit Scheme Rulebook). Es definiert die international gültigen Prozesse, Fristen und Formvorschriften (z.B. Mandatsverwaltung, einmalige und wiederkehrende Lastschriften) und legt unter anderem fest, dass

  • dem Zahler ein Widerspruchsrecht eingeräumt werden muss,
  • das Voravisieren des Zahlers durch den Zahlungsempfänger über einen kommenden Einzug nötig ist,
  • klar definierte Rückrechnungsprozesse (R-Transaktionen: Rückgabe, Rückruf, Rücküberweisung, Rückvergütung, Rückweisung) existieren und
  • die Transaktionen durch einheitliche Formate (ISO 20022) und Dateninhalte (IBAN und BIC) abgewickelt werden.

Das SEPA-Firmenlastschriftverfahren (SEPA Business-to-Business Direct Debit Scheme) wird für Firmenkunden als Zahlungsempfänger und Zahler eingesetzt und unterscheidet sich im Wesentlichen dadurch vom SEPA-Basislastschriftverfahren, dass

  • der Zahler eine Bank oder ein Unternehmen sein muss,
  • dem Zahler kein Widerspruchsrecht eingeräumt werden muss,
  • eine Rückvergütung nach Kontobelastung des Zahlers nicht möglich ist und
  • kürzere Fristen angewendet werden können.

SEPA-Lastschriften für Institute in der Schweiz und Liechtenstein

Die Teilnahme von Schweizer und Liechtensteiner Finanzinstituten an den SEPA-Lastschriftverfahren bedingen unter anderem neue Verträge, neue Identifikationsnummern des Zahlungsempfängers (Creditor Identifier) und neue Belastungsermächtigungen (Mandate). Mandate sind die Voraussetzung, um bei Zahlern Einzüge zu tätigen. Damit ermächtigt der Zahler den Zahlungsempfänger, sein Konto beim angegebenen Finanzinstitut direkt zu belasten.


Creditor Identifier

Die europaweit einheitliche Identifikationsnummer des Zahlungsempfängers für SEPA-Lastschriften.